Teil 2: Jetzt wird's sportlich!

 

Nachdem wir uns in Teil 1 der Saisonvorschau der Ligareform gewidmet haben, wagen wir einen Blick in die sportliche Kristallkugel.

 

Die Übergangssaison 2025 einzuschätzen, ist ein ganz besonders schwieriges Unterfangen. Vor allem in den unteren Ligen. Wir lehnen uns daher nicht zu weit aus dem Fenster. Vielleicht…


Teil 1 der Saisonvorschau verpasst? Kein Problem! Du kannst sie hier nachlesen.

Am kommenden Samstag beginnt die Meisterschaft. In Teil 1 nehmen wir die Ligareform genauer unter die Lupe, denn auf die Saison 2026 wird (fast) alles ein bisschen anders.
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... und nun zu unseren Prognosen:

 

Für den einen oder anderen war das Eidgenössische das letzte Hurra mit den Höchstettern. So etwa für den Schlägerkönig aus dem Jahr 2018, Lukas Wälti (Pause oder Karrierenende?), oder für Dominik Howald, der sich seinem Jugendverein Thörigen angeschlossen hat. Von einem Aderlass zu sprechen, wäre aber übertrieben. Der Schweizer Meister hat mit Sven Burkhalter und Adrian Gerber auch wieder Verstärkung gefunden. Der langen Rede kurzer Sinn: Höchstetten A ist und bleibt Top-Favorit.

 

Die Jäger bleiben ebenso dieselben: Wäseli A dürfte dem amtierenden Meister am nächsten kommen, Bern-Beundenfeld A möchte auch ein Wort mitreden. Nummern sind wohl tabu, wenn man die Höchstetter gefährden will. Es sei denn, diese patzen selber.

 

Im breiten Mittelfeld sind Prognosen sehr schwierig, da es viele Direktbegegnungen gibt. Zudem hängt Vieles davon ab, wer im Ries eine gute oder schlechte Saison erwischt.

 

 

Im Abstiegskampf dürften sich nebst den beiden Aufsteigern – Balzenwil A und Oschwand-Biembach A – auch die Teams befinden, die sich schon letzte Saison in den hinteren Positionen wiedergefunden haben: Rüdtligen-Alchenflüh A, Wichtrach A, Richigen A und Utzigen A. Gespannt sein darf man zudem auf Röthenbach i.E. A, das in seiner ersten Saison nach dem Aufstieg als einziges NLA-Team neben Höchstetten keine Nummer kassierte und dadurch gleich auf Rang 5 kletterte. Für die Emmentaler folgt nun die Saison der Bestätigung.

 

Fazit: Im Westen nichts Neues – ausser vielleicht Röthenbach dauerhaft in der Spitzengruppe? Auf jeden Fall heisst es nach wie vor: Alle gegen Höchstetten. Und: Storys wie die Saison 2024 à la Röthenbach können der NLA nur helfen, sonst wird’s mit den Stärkeverhältnissen langsam langweilig...

 

 

 

Wer in der NLB nicht bis zu den letzten Runden um den Aufstieg mitkämpft, der ist zwangsläufig ein Abstiegskandidat. So simpel und hart sind die Regeln in der Killersaison 2025. Es lohnt sich ein Blick auf die NLB Gruppe 2 in der letzten Saison: Mickrige sechs Punkte trennten Aufsteiger Oschwand-Biembach A von Rang 8, der in diesem Jahr den Abstieg in die 1. Liga bedeutet. Das Credo ist daher klar: Flucht nach vorne!

 

Gruppe 1
Als Top-Favoriten sehen wir Schüpbach A und Mättenwil-Brittnau A. Dicht gefolgt allerdings von Biglen-Arni A und Oeschenbach-Kleindietwil A. Ein dickes Fragezeichen – im positiven wie negativen Sinne – setzen wir hinter die Mannschaft von Oberönz-Niederönz A. Ihr Potenzial reicht himmelhoch. An einem guten Tag können die Oenzer jeden schlagen, doch schon tags darauf kann es in die entgegengesetzte Richtung gehen. Finden sie am Bock und im Ries die Konstanz, haben sie das Potenzial zum Dark Horse (=Geheimfavorit).

 

In der Breite schätzen wir die Gruppe 1 etwas schwächer ein als die Gruppe 2. Daher wäre es für uns eine Riesenüberraschung, wenn eine andere Mannschaft als die obengenannten den Aufstieg feiern würde. Gefeiht vor dem Abstieg sind auch die Favoriten nicht, wobei wir Mättenwil-Brittnau im Ries als stabilste Mannschaft erachten.

 

Dahinter wird von Runde 1 an der Grosskampf um den Abstieg entzündet. Wenn Hettiswil-Eintracht-Moosseedorf A, Winterthur A und Steinen b. Signau A eine gute Riesleistung zeigen, haben sie die besten Karten. Aufmerksame Leserinnen und Leser haben es aber bereits gemerkt: Wir haben schon acht Mannschaften genannt, aber nur sieben werden sich retten können. Obergerlafingen A, Zauggenried-Kernenried A, Epsach A und Bramberg A müssen über sich hinauswachsen. Die grösste Leistung wäre der Ligaerhalt aber sicher für die Aufsteiger Zimmerwald A und Büren zum Hof. Das liegt aber eher an ihrem "Aufsteiger-Etikett", denn wir sehen bei beiden Teams Überraschungspotenzial und würden uns nicht getrauen, sie auf die beiden letzten Plätze zu tippen. Bei Zimmerwald erwarten wir mindestens vier Siege nach Schlagpunkten.

 

Gruppe 2
Wir sehen Thörigen A und Gerlafingen-Zielebach A in der Favoritenrolle. Dicht dahinter: Recherswil-Kriegstetten A. Aber dieses Trio dürfte noch durch einige weitere Mannschaften gefordert werden und wir schliessen nicht mal aus, dass sogar zwei dieser drei Teams hinter das Podest zurückgespült werden.

 

Die ersten Verfolger könnten Belp-Toffen A oder Rütschelen A heissen. Nebst Rütschelen sind letzte Saison auch Winistorf-Seeberg A, Rüderswil A und Zuchwil-Wiedlisbach A dadurch aufgefallen, dass sie an einem Tag eine Parforceleistung abrufen und dann am nächsten Tag ihrer Favoritenrolle nicht gerecht werden. Das öffnet die Türen für Teams, die über eine gesamte Meisterschaft beständigere Leistungen abrufen können. Namentlich würden wir da Schafhausen i.E. A ins Spiel bringen. Und irgendwo mittendrin ist noch Lyssach A anzusiedeln. Auch die Lyssacher sind sehr schwer einzuschätzen.

 

 

Nun haben wir bereits elf Teams genannt, was die Ausgeglichenheit in dieser Gruppe unterstreicht. Aus Gondiswil A sind wir letzte Saison so gar nicht schlau geworden. Wir belassen es daher beim Attribut Wundertüte. Und für die Aufsteigerteams Krauchthal-Hub A und Hintermoos-Reiden A wird es darum gehen, ihren Underdog-Status auszuspielen und den Favoriten ein Schnippchen zu schlagen. Gerade weil es in der Gruppe 2 so ausgeglichen ist, stehen die Chancen dieser beiden Aufsteigerteams womöglich sogar besser als für Zimmerwald und Büren zum Hof, auch wenn wir in einer Direktbegegnung eher auf die Letztgenannten setzen würden.

 

Fazit: Uns erwarten Spektakel, Spannung und Scheitern. Denn: In dieser Saison ist jedes Team «absteigbar»!

 

 

 

Freunde, ganz ehrlich: Ab hier werden wir kürzer mit unseren Prognosen. Es fühlt sich nämlich an, als versuche man nachts um Zwölf am tiefsten Punkt des Ozeans mit geschlossenen Augen aus einer Kristallkugel zu deuten...

 

Anyway: Nur zehn Teams werden den Ligaerhalt schaffen. Die B-Mannschaften dürften dabei besonders motiviert sein. Sie riechen vielleicht schon den NLB-Braten: Ab Saison 2026 sind sie nämlich wieder aufstiegsberechtigt. Die grössten Chancen für den Verbleib in der 1. Liga sehen wir bei Wäseli B, Wasen-Lugenbach B, Bern-Beundenfeld B, Hasle b. Burgdorf A, Schoren A, Rohrbachgraben A, Häusernmoos, Zäziwil-Reutenen A und Trimstein A. Das grösste Überraschungspotenzial orten wir bei Aufsteiger Oberwil bei Büren. 

 

Fazit: Wir erwarten einen sehr harten, sehr spannenden Fight um den Ligaerhalt. Details und einzelne (Schlag?)Pünktchen könnten über Ligaerhalt oder Abstieg entscheiden.

 

 

 

 

Auch hier: Zehn Teams schaffen den Ligaerhalt. Je tiefer die Liga, desto mehr wird über die Riesarbeit entschieden, was umso schwieriger einzuschätzen ist. Mit berechtigten Ambitionen müssten unserer Meinung nach diese Teams an den Start gehen: Münchenbuchsee-Wohlen A, Gasel, Schwarzenburg, Süri-Spengelried, Habstetten, Biberist-Dorf und Ferenberg.

 

Fazit: Wohl die wertvollsten dritten Ränge in der Geschichte der Schweizer Meisterschaft. Diese beiden Ränge bedeuten quasi die goldene Bronzemedaille. Wetten, es dauert bis zur letzten Runde, bis sie verteilt sind?

 

 

 

Als Gruppensieger absteigen? Ja, dieses Schicksal wird in der 3. Liga gleich zwei Teams ereilen. Das Fiese daran: Üblicherweise kann man die Differenz zu den anderen Teams in den Direktbegegnungen machen. Wenn aber über die Gruppen hinaus verglichen wird, dann wird’s komplizierter. Fakt ist: Zwei von 40 Teams bleiben für die Saison 2026 in der 3. Liga. Vielleicht sind es Kappelen-Saurenhorn und Aefligen? Vielleicht Rütschelen B und Lyssach B? Oder doch Wäseli C? Und warum eigentlich nicht Aufsteiger Wichtrach B?

 

Fazit: Wer hier richtig tippt, hätte besser Lotto gespielt. Der Ligaerhalt wird hier definitiv eine Meisterleistung darstellen. Besonders bitter dagegen wird es für die beiden Teams, die als Gruppensieger absteigen müssen.

 

 

 

Das Ganze noch einmal? Zumindest fast. Wieder schaffen es 2 Teams, es balgen sich aber «nur» noch 32 Mannschaften um den Ligaerhalt. Das macht es ja auch sooo viel einfacher (könnte Spuren von Ironie enthalten). Unsere Favoriten: Höchstetten C, Hintermoos-Reiden B, Röthenbach i.E. C und Frittenbach-Emmenmatt-Ilfis (offiziell der geilste Name im Hornussersport!😎)

 

Fazit: Siehe Fazit 3. Liga🤷‍♂️

 

 

 

Auch wenn es in der 5. Liga sportlich nicht gerade um Weltruhm geht, so muss man das Kind doch beim Namen nennen: Sportlich geht es hier in der Saison 2025 um rein gar nix. Zumindest was das Team angeht. Umso mehr gilt: Nachwuchs ausbilden und Spass haben am Hornussen! Ah, aber die Favoriten wollen wir dann doch noch bestimmen. Hmmm, wir tippen auf Gruppensiege von: Zimmerwald B und Eriswil B (PS: Ich rate für einen Freund…)

 

Fazit: Tja, in der 5. Liga kann man halt nicht absteigen…